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Standards & Leitlinien
Gemeinsame Standards für die Einleitung und Durchführung von Eigenverwaltungsverfahren – mit freiwilliger Selbstbindung aller Mitglieder.
§§ 270 ff. InsO
Forum 270 verbindet erfahrene Sanierungs- und Insolvenzexperten. Wir entwickeln gemeinsame Standards für Eigenverwaltungsverfahren, fördern den fachlichen Austausch und geben der Praxis eine Stimme.
Wofür wir stehen
Eine Analyse erfolgreicher und weniger erfolgreicher Verfahren lässt klare Erfolgsfaktoren erkennen. An diesen setzen wir an – in drei Feldern.
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Gemeinsame Standards für die Einleitung und Durchführung von Eigenverwaltungsverfahren – mit freiwilliger Selbstbindung aller Mitglieder.
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Kolloquien und Podiumsdiskussionen mit Akteuren aus der Sanierungsberatung, Sachwaltung und Insolvenzverwaltung, Gläubiger- und Schuldnervertretern sowie Wissenschaft und Politik.
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Wir bringen die Praxis der Eigenverwaltung in die Gesetzgebung ein und setzen uns – in Zusammenarbeit mit Verbänden, Behörden und Hochschulen – für einen rechtssicheren Rahmen und hohe Qualität in Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren ein.
Eigenverwaltung
Der Gesetzgeber hat Management und Gesellschaftern mit der Eigenverwaltung ein transparentes und planbares Verfahren zur Verfügung gestellt, mit dem ohne vollständigen Kontrollverlust saniert werden kann. So sieht der idealtypische Ablauf aus:
Schritt 01
Vor dem Antrag entsteht die Eigenverwaltungsplanung nach § 270a Abs. 1 InsO – vollständig und schlüssig eröffnet sie einen rechtssicheren Weg in die Eigenverwaltung. Dazu kommen die Erklärungen nach § 270a Abs. 2 InsO, die Kontaktaufnahme mit dem Insolvenzgericht, die Auswahl des Sachwalters und die ersten Maßnahmen: Insolvenzgeld, Inventur, Buchhaltungsschnitt, Mitarbeiter- und Gläubigerinformation.
Schritt 02
Mit der Anordnung wird eine insolvenzerfahrene Person mit Alleinvertretungsbefugnis in das Geschäftsführungsorgan berufen; die Geschäftsverteilung wird unverzüglich in einer Geschäftsordnung dokumentiert. Kommunikationswege und Kontrollmechanismen mit dem vorläufigen Sachwalter werden sofort abgestimmt – mit Einblick in die Bücher, Reporting und einem wöchentlichen Jour fixe.
Schritt 03
Umgehend nach Anordnung wird der Gläubigerausschuss über Verfahrensablauf und Geschäftsordnung informiert. In seiner ersten Sitzung fallen die wesentlichen Weichen – Verfahrensstrategie, Insolvenzplan, M&A-Prozess, Liquiditätsplanung und Reporting – und es wird Transparenz über die Kosten im Vergleich zur Fremdverwaltung hergestellt.
Schritt 04
Die Leitungsorgane behalten die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis und bestimmen Richtung und Ablauf mit. Der Vergleichsrechnung nach § 220 Abs. 2 InsO kommt besonderes Gewicht zu: Sie darf sich nicht auf Liquidationswerte beschränken. Eine belastbare Grundlage entsteht in der Regel nur, wenn parallel zum Insolvenzplan ein ergebnisoffener M&A-Prozess läuft (Dual Track).
„Wir sind mit dem Forum 270 angetreten, um der Eigenverwaltung in Deutschland eine Stimme zu geben und das Sanierungsinstrument vor rechtsmissbräuchlicher Anwendung zu schützen.“
Aktuelles
Einmal im Jahr bringen wir Akteure aus der Restrukturierungsbranche an einen Tisch: Sanierungsberater, Sachwalter und Insolvenzverwalter, Gläubiger- und Schuldnervertreter sowie Wissenschaft und Politik.
Herbstveranstaltung 2026
Die Teilnahme erfolgt ausschließlich auf persönliche Einladung des Vorstands. Über die Ergebnisse berichten wir anschließend an dieser Stelle.
Keine Kammer für den Eigenverwalter, aber Verantwortung in der Geschäftsführung
Das Forum 270 – Qualität und Verantwortung in der Eigenverwaltung e. V. hat am 23. Oktober 2026 seine Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Schaffung eines Rechtsrahmens für die Tätigkeit insolvenzrechtlicher Amtsträger (InsAG-E) beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz eingereicht. Der Verein nimmt bewusst aus der Perspektive der Eigenverwaltung Stellung. Seine Kernforderung lautet, die insolvenzrechtliche Verantwortung in größeren Eigenverwaltungsverfahren gesetzlich in der Geschäftsführung des Schuldners zu verankern. Eine Verkammerung des Eigenverwalters lehnt das Forum 270 ab.
Der Entwurf regelt an der Eigenverwaltung vorbei
Der Entwurf sieht eine Kammer der insolvenzrechtlichen Berufsträger mit Pflichtmitgliedschaft, Zulassungsprüfung, Register, Berufsaufsicht und eigener Berufsgerichtsbarkeit vor. Erfasst werden Insolvenzverwalter, Sachwalter, Verfahrenskoordinatoren, Restrukturierungsbeauftragte und Sanierungsmoderatoren. Die Mehrzahl der großen Unternehmensinsolvenzen wird heute jedoch in Eigenverwaltung oder im Schutzschirmverfahren geführt. Dort erfasst der Entwurf mit dem Sachwalter nur die überwachende Seite. Diejenigen, die die Eigenverwaltung operativ verantworten, bleiben außerhalb des Entwurfs. Zur Qualitätssicherung in der Eigenverwaltung trägt er damit nichts bei.
Keine Verkammerung des Eigenverwalters
Das Forum 270 lehnt es ab, diese Lücke durch eine Einbeziehung des Eigenverwalters in das Kammersystem zu schließen. Der Eigenverwalter ist kein Amt. Er ist eine Funktion innerhalb des Schuldners und Ausdruck der Schuldnerautonomie. Die insolvenzerfahrene Person wird nicht vom Gericht bestellt, sondern gesellschaftsrechtlich in das Organ berufen. Der Personenkreis ist heterogen und umfasst Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Unternehmensberater und Interim-Manager. Eine Kammer würde Bürokratie und Kosten erhöhen und den Eigenverwalter dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter gleichsetzen. Die freie Auswahl durch den Schuldner muss erhalten bleiben. Das Forum 270 begrüßt deshalb, dass der Entwurf eine Verkammerung des Eigenverwalters nicht vorsieht.
Organverantwortung statt bloßer Beratung
Das eigentliche Defizit der Praxis liegt nach Auffassung des Forum 270 nicht in fehlender Zulassung, sondern in fehlender Verantwortungsübernahme. Berater steuern den Sanierungsprozess faktisch, verweisen im Konfliktfall aber darauf, lediglich beraten zu haben. Das Forum 270 schlägt deshalb vor, § 270a Abs. 1 Nr. 4 InsO für größere Verfahren gesetzlich zu konkretisieren. Überschreitet der Schuldner mindestens eines der Größenmerkmale des § 267 Abs. 2 HGB, soll die Eigenverwaltungsplanung darlegen, dass
Fehlt diese Darlegung, soll dies ein behebbarer Mangel im Sinne des § 270b Abs. 1 Satz 2 InsO sein. Damit wird eine Kernforderung der Grundsätze des Forum 270 in das Gesetz überführt. Das Forum 270 erhebt diese Forderung unabhängig vom Ausgang der Diskussion um das Kammermodell.
„Wer wirtschaftliche Verantwortung für die Einhaltung der Insolvenzordnung trägt, muss sie auch rechtlich tragen. Mit Organstellung und Haftung“, heißt es in der Stellungnahme.
Haftung des Generalbevollmächtigten
Ergänzend regt das Forum 270 an, in § 276a Abs. 2 InsO klarzustellen, dass die Haftung wie ein Insolvenzverwalter auch den Generalbevollmächtigten trifft, dem die insolvenzrechtlichen Pflichten übertragen sind. Die Generalvollmacht darf kein Weg sein, Verantwortung ohne Haftung zu übernehmen. Eine widerlegliche Vermutung der Eignung kraft Zulassung oder Listeneintragung lehnt das Forum 270 ab. Sie würde den Gerichten mittelbar Einfluss auf die Besetzung der Organe des Schuldners verschaffen.
Das Kammermodell insgesamt
Das Kammermodell als solches hält das Forum 270 für nicht erforderlich und nicht verhältnismäßig. Für rund 2.000 Berufsträger entstünde die mit Abstand kleinste Berufskammer Deutschlands mit vollständigem Zulassungs-, Prüfungs-, Register-, Aufsichts- und Gerichtsapparat. Insolvenzverwalter und Sachwalter unterliegen bereits heute der Aufsicht des Insolvenzgerichts, der Überwachung durch die Gläubigerorgane und einer scharfen persönlichen Haftung. Das berechtigte Anliegen einheitlicher Eignungskriterien lässt sich durch ein zentrales, gesetzlich bestimmtes Register ohne Verkammerung erreichen. Darüber hinaus regt das Forum 270 Klarstellungen in §§ 41, 43 InsAG-E und § 56b Abs. 3 InsO-E an, damit interdisziplinäre Eigenverwaltungsteams weiterhin möglich bleiben.
Die Stellungnahme wird auf der Herbstveranstaltung des Forum 270 am 29. Oktober 2026 in Deidesheim vorgestellt.
Fünf neue Mitglieder aus renommierten Restrukturierungs- und Insolvenzkanzleien: Dr. Karl-Friedrich Curtze (GÖRG), Dr. Jürgen Erbe (Schultze & Braun), Dr. Florian Harig (anchor), Nadja Raiß (K&L Gates) und Katja Schmitt (SZA).
Am 23. Oktober 2025 traf sich das FORUM 270 zu seiner Herbsttagung in Deidesheim. Das Thema war die Vergleichsrechnung, ein zentraler Bestandteil von Restrukturierungs- und Insolvenzplänen. Burkhard Jung (Deloitte) moderierte. Die Impulsvorträge hielten RA Julian Opp (Florett & Falke) und Dipl.-Wirtsch.-Ing. Tobias Seybold (Struktur Management Partner). Danach diskutierte ein Panel mit Susann Brackmann (CMS), Thomas Oberle (SZA Schilling, Zutt & Anschütz), Thomas Harbrecht (Allianz Trade) und den beiden Referenten.
Die wichtigsten Ergebnisse:
Die Grundsätze für Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung (§§ 270 ff. InsO) liegen in überarbeiteter Fassung vor – einschließlich einer kommentierten Gliederung der Eigenverwaltungsplanung nach § 270a Abs. 1 InsO.
Der Standard
Der Standard des Forum 270 in der überarbeiteten Fassung März 2022 – von den Grundlagen über den idealtypischen Verfahrensablauf bis zu Sachwalter und Verfahrenskosten, mit kommentierter Gliederung einer Eigenverwaltungsplanung nach § 270a Abs. 1 InsO.
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Beteiligte, Verfahrenszweck und Haftung: Wesentlichen Anteil am Erfolg haben Eigenverwaltung, (vorläufiger) Sachwalter und (vorläufiger) Gläubigerausschuss – ihre Zusammenarbeit ist von eminenter Bedeutung.
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Unternehmensgröße und Kosten, geeignete Anwendungsfälle, Ausschlusskriterien, subjektive Voraussetzungen auf Schuldnerebene und die professionelle Einleitung des Verfahrens.
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Verfahrenseinleitung und -abwicklung: Vorbereitung, Sachwalterauswahl, Eigenverwaltungsplanung, Gläubigerausschuss, Insolvenzplan und Dual Track bis zum Verfahrensabschluss.
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Insolvenzkundige Person mit Organstellung und Verwaltererfahrung, verpflichtet auf das Primat der Gläubigerinteressen (§ 1 InsO), höchstpersönlich in den Kernaufgaben – ohne Unternehmensbeteiligung („kein Consulting for Equity“).
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Vom Gericht bestellte, geeignete, geschäftskundige und neutrale Person: Auswahlkriterien, Branchenkenntnisse, Gerichtslistung, Unabhängigkeit und Überwachung.
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Rechtsgrundlage der Honorierung, Transparenz bereits im Insolvenzantrag (§ 270a Abs. 1 Nr. 5 InsO), Vergleich der „echten Kosten“ mit einer Fremdverwaltung und die Vergütung des (vorläufigen) Sachwalters.
Anlage
Aufbau einer Eigenverwaltungsplanung nach § 270a Abs. 1 InsO – kommentiert und praxisnah gegliedert.
Mitglieder
Jedes Mitglied hat mindestens fünf Eigenverwaltungsverfahren verantwortlich und erfolgreich begleitet.
Kein Standort gefunden.
Vorstand
AndresPartner Rechtsanwälte
Düsseldorf
Vorstand
Deloitte
Berlin
Vorstand
LECON Restrukturierung
München
Vorstand
Brinkmann & Partner
Frankfurt am Main
Vorstand
anchor Rechtsanwälte
München
K&L Gates LLP
Frankfurt am Main
plan > E by ELSAESSER
München
Gerloff Liebler Rechtsanwälte
München
anchor Rechtsanwälte
Hannover
GÖRG Rechtsanwälte
Bremen
act legal Germany
Frankfurt am Main
SZA Schilling, Zutt & Anschütz
Mannheim
Brinkmann & Partner
Hamburg
SZA Schilling, Zutt & Anschütz
Mannheim
GRUB BRUGGER Rechtsanwälte
Stuttgart
Schultze & Braun
Achern
Deloitte
Berlin
WINKLER & PARTNER
Stuttgart
GÖRG Rechtsanwälte
Hamburg
Schultze & Braun
Mannheim
anchor Rechtsanwälte
Hannover
K&L Gates LLP
Frankfurt am Main
SZA Schilling, Zutt & Anschütz
Mannheim
Mitgliedschaft
Mitglied im Forum 270 kann nur werden, wer seine Expertise in der Eigenverwaltung nachweislich unter Beweis gestellt hat und sich den Grundsätzen des Forum 270 verpflichtet. Über die Aufnahme entscheidet der Mitgliedsausschuss aus Vorstand und zwei gewählten Mitgliedern.
Kontakt
Für Fragen zum Verein, zu den Grundsätzen oder zur Mitgliedschaft erreichen Sie uns per E-Mail oder über das Formular.